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Bildung

Der Politikbereich Bildung ist von großer Bedeutung für das Wirtschaftswachstum und den sozialen Zusammenhalt in der EU und für das Wohl der Bürger. Die Ratspräsidentschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die soziale Dimension des Bildungswesens durch die Modernisierung der Systeme für die allgemeine und berufliche Bildung und durch das Angebot von hochwertiger und gerechter Bildung zu betonen. In diesem Zusammenhang findet am 4. und 5. Oktober 2012 das informelle Treffen der Bildungsminister statt.

  • Der Vorschlag für das neue Programm für  allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport "Erasmus für alle" hat die Entwicklung der Europäischen Union durch Investitionen in das Humankapital zum Ziel. Mit dem neuen Programm wird voraussichtlich etwa 5 Millionen Menschen, d.h. fast doppelt so vielen wie mit den laufenden Programmen, eine Chance für Studienaufenthalte oder Praktika im Ausland gegeben, die durch ein Stipendium gefördert werden. "Erasmus für alle" wird sämtliche europäischen und internationalen Programme in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport ablösen, indem es die sieben bestehenden Programme vereint, um die Verfahren zu vereinfachen und die Zersplitterung und Überschneidung der Programme zu vermeiden.

    Die zyprische Ratspräsidentschaft wird den Dialog im Hinblick auf die Einigung über den Inhalt des Vorschlags unterstützen.

  • Vielen Jugendlichen und  Erwachsenen in Europa mangelt es an grundlegenden Lese- und Schreibfertigkeiten, was ein Hindernis bei ihrer Berufstätigkeit und ihrer wirtschaftlichen und sozialen Integration darstellt.

    Im Hinblick auf den strategischen Rahmen für die Zusammenarbeit „Allgemeine und berufliche Bildung 2020“, der den Analphabetismus bei Kindern bis 15 Jahren auf 15% senken soll, sowie als Reaktion auf entsprechende Ankündigungen der Europäischen Kommission wird die zyprische Ratspräsidentschaft die Annahme von Schlussfolgerungen des Rates zu diesem Thema unterstützen und versuchen, den Analphabetismus durch ein hochwertigeres Bildungs- und Ausbildungsangebot zu bekämpfen. Im Rahmen der Ratspräsidentschaft wird am 5. und 6. September eine Konferenz zum Thema Alphabetisierung stattfinden.

  • Die berufliche Bildung ist für die Gewährleistung der künftigen Wettbewerbsfähigkeit und Innovation in Europa wichtig. Aktionen zur Verbesserung der beruflichen Bildung sind erforderlich, damit  jeder Einzelne auf  den Arbeitsmarkt von heute vorbereitet ist.

    Während der zyprischen Ratspräsidentschaft wird ein besonderes Augenmerk auf die Stärkung und Erhöhung der Attraktivität der beruflichen Bildung bei Jugendlichen und Erwachsenen mit Schwerpunkt Gleichberechtigung und Exzellenz gelegt.

    Darüber hinaus wird die aktualisierte Agenda des Kopenhagen-Prozesses, welche die Leistung, Qualität und Attraktivität der Berufsbildung durch eine verstärkte Zusammenarbeit auf europäischer Ebene  verbessern soll, in deren Rahmen Fragen nach der Erweiterung der Möglichkeiten sowie der Verbesserung der Fähigkeiten erörtert und Wege zwischen der beruflichen Bildung auf der einen Seite und dem Hochschulwesen auf der anderen eröffnet werden sollen.

    Diese Fragen werden auf dem Treffen der Generaldirektoren für Berufsbildung erörtert, das am 22. und 23.Oktober 2012 stattfindet.

  • Im Bereich der Hochschulbildung ist die Modernisierung der Universitäten ein Schwerpunkt. In dieser Hinsicht wird ein besonderes Augenmerk auf die Qualitätssicherung und Internationalisierung der Hochschulbildung in Übereinstimmung mit den Zielen der EU-Agenda für die Modernisierung der Hochschulbildung und dem Bologna-Prozess gelegt. Die Ratspräsidentschaft wird sich auch auf Exzellenz in den Bereichen Lehre und Lernen in der Hochschulbildung konzentrieren. Um in der Lehre zu Spitzenleistungen zu gelangen, sind  Reformen und die Modernisierung der Hochschulbildung in Europa erforderlich, was der Bereicherung der Lehre, der Verbesserung der Lernerfahrungen, der Unterstützung des personalisierten Lernens, dem erleichterten Zugang zu Fernstudium und virtueller Mobilität, der Rationalisierung der Verwaltung und der Schaffung neuer Forschungsmöglichkeiten dient.

    Unter der zyprischen Ratspräsidentschaft wird am 22. und 23.Oktober 2012  ein Treffen der Generaldirektoren für Hochschulbildung stattfinden.

  • Die Ratspräsidentschaft wird in enger Zusammenarbeit mit dem Rat und der Kommission die Ergebnisse des Europäischen Semesters in den Bereichen Bildung und Ausbildung nachbereiten.

    Wie das Europäische Semester (ein politisches Koordinierungswerkzeug auf EU-Ebene, das Teil eines umfassenderen Ziels der EU zur  Stärkung der Wirtschaftssteuerung ist, die Umsetzung der Strukturreformen im Rahmen der integrierten Leitlinien überwacht, die in den nationalen Reformprogrammen enthalten sind, um Fortschritte bei der Umsetzung der vereinbarten Ziele der EU-Strategie für Wachstum und Beschäftigung zu gewährleisten) zeigt, muss die EU in wachstumsfördernde Maßnahmen und Strategien intensivieren. Dies hat direkte Auswirkungen auf Bildung und Ausbildung, was erforderlich ist, um Investitionen in wachstumsfreundliche Bereiche wie Bildung und Ausbildung aufrechtzuerhalten.

    Alle Mitgliedstaaten stehen vor der Herausforderung, die Leistungen im Bereich der Bildung angesichts knapper öffentlicher Finanzen zu verbessern. Alle Mitgliedstaaten suchen nach Möglichkeiten, um die Effizienz und gleichermaßen die Qualität zu erhöhen. Und nahezu alle Mitgliedstaaten arbeiten an der Gestaltung und Umsetzung ihrer politischen Maßnahmen, um die Herausforderungen der CSR (gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen) für die  Jahre 2011 und 2012 anzugehen.

    Die Ratspräsidentschaft wird gemeinsam mit den Mitgliedstaaten und der Kommission die Zusammenarbeit im Kontext des strategischen Rahmens ET 2020 koordinieren, indem die wichtigsten Herausforderungen erörtert werden, die  sich  im Zuge des Europäischen Semesters herauskristallisiert haben und in den 2012 länderspezifischen Empfehlungen hervorgehoben wurden, sowie durch den Erfahrungsaustausch zum gegenseitigen Nutzen aller Mitgliedsstaaten. Im Ergebnis dieses Prozesses wird die Ratspräsidentschaft Schlussfolgerungen des Rates im Hinblick auf die Antwort der Bildungsminister auf die Herausforderungen der Strategie Europa 2020 im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung vorschlagen.

  • Formales Lernen (Lernen im System der formalen Allgemein- und Berufsbildung) ist traditionell die bekannteste und  in der Gesellschaft und insbesondere auf dem Arbeitsmarkt die anerkannteste Form des Lernens. In den letzten Jahren jedoch erfreut sich das Lernens im nicht formalen und informellen Bereich  immer größerer Beliebtheit. Die Validierung nicht formalen und informellen Lernens ist ein zentrales Element der EU-Maßnahmen zur Unterstützung von Bildung und Ausbildung. Daher sind neue Ansätze erforderlich, um diese weniger formalen Lernerfahrungen zu identifizieren und zu validieren, unter Berücksichtigung der Tatsache,  dass sich die Mitgliedstaaten in unterschiedlichen Phasen der Unterstützung dieser Validierung befinden.

    In diesem Zusammenhang wird die Ratspräsidentschaft eine Empfehlung des Rates zur Validierung nicht formalen und informellen Lernens vorschlagen.