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Anpassung an die klimatischen Veränderungen

Der Klimawandel ist eine globale Bedrohung, deren negative Auswirkungen zu den größten Umweltproblemen gehören, die unser Planet und die Menschheit lösen müssen. Selbst wenn die Emissionen von Treibhausgasen in absehbarer Zeit stabilisiert würden, werden die klimatischen Veränderungen und ihre Auswirkungen noch Jahrzehnte andauern. Die Anpassung an die negativen Folgen des Klimawandels ist von höchster Wichtigkeit.

Daher ist der rasche Übergang in eine Weltwirtschaft mit geringen Kohlenstoffemissionen oberste Priorität der EU-Strategie zur Verringerung des Klimawandels, damit der unvermeidliche Anstieg der Temperatur auf unserem Planeten auf unter  2ºC im Vergleich zur  vorindustriellen Epoche beschränkt bleibt.

Die zweite Herausforderung für die Staatengemeinschaft, die EU und ihre Mitgliedsstaaten ist die Ergreifung von Anpassungsmaßnahmen an die heutigen und künftigen Auswirkungen des Klimawandels.

Es ist nahezu sicher, dass die Folgen des Klimawandels gravierender sind, als  vorausgesagt wurde, und dass sie auf die verschiedenen Regionen der Europäischen Union ungleich verteilt sein werden. Während die globalen Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen äußerst wichtig sind, müssen gleichzeitig nationale und regionale Strategien ausgearbeitet und Anpassungsmaßnahmen ergriffen werden.

Gegen Ende des Jahres 2009 veröffentlichte die Europäische Union ein Weißbuch über die Anpassung an den Klimawandel, das den allgemeinen Rahmen festlegt, in dem sich die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten auf die Bekämpfung der Auswirkungen des Wandels vorbereiten, ihre Anfälligkeit reduzieren und ihre Widerstandsfähigkeit erhöhen  müssen.

Das Weißbuch weist den Weg für die Ausarbeitungen der nationalen Anpassungsstrategien und die Ergreifung von Anpassungsmaßnahmen. Die meisten Gespräche über die Anpassung müssen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene geführt werden. Einige Mitgliedsstaaten haben bereits ihre nationalen Anpassungsstrategien ausgearbeitet.

Der im Weißbuch festgelegte Aktionsplan sieht folgende Schwerpunkte vor:

  • die Sensibilisierung für die  Risiken und Auswirkungen des Klimawandels,
  • die Untersuchung der Folgen des Klimawandels auf die wichtigsten Bereiche der EU-Politik,
  • die Kombination verschiedener politischer Instrumente für bessere Ergebnisse, wie die innovativen Subventionsmaßnahmen,
  • die Unterstützung umfassender weltweiter Initiativen für die Anpassung an den Klimawandel,
  • die Zusammenarbeit mit nationalen, regionalen und lokalen Behörden, usw.

In dieser Phase bereitet die Europäische Kommission die Europäische Strategie vor, die voraussichtlich im März 2013 vorgelegt wird. Hauptziel dieser Strategie ist es, die Klimaresistenz der Mitgliedsstaaten bei der Bekämpfung des Klimawandels zu verbessern und sie bei der Vorbereitung der Nationalen Anpassungsstrategie zu unterstützen.

Zu den Anpassungsmaßnahmen gehören u.a.:

  • Bau von Wellenbrechern,
  • Schaffung von Frühwarnsystemen,
  • Revision und/oder Änderung der Bauvorschriften,
  • neue städtebauliche Konzepte
  • Veränderung der Praktiken in Landwirtschaft und Anbau
  • Verbesserung des Risikomanagements,
  • Effizientere Nutzung von Wasser, usw.

Weitere Themen, mit denen sich die Europäische Anpassungsstrategie befasst, sind:  ein besserer Umgang mit den grenzüberschreitenden Auswirkungen des Klimawandels und den Anpassungsmaßnahmen, insbesondere mit den Folgen von Krankheiten, die durch einen Krankheitsüberträger verbreitet werden, Waldbrände, Küstenschutz, Frühwarnsysteme, die integrierte, regionale und grenzüberschreitende Bekämpfung.  Außerdem befasst sie sich mit der Frage, wie das Wissen über die Anpassung  auf EU-Ebene besser und zielgerichteter verbreitet werden kann, wie z.B. durch die verbesserte Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten, den Austausch staatlicher Praktiken, den verbesserten Zugang zu Informationen, aber auch deren sinnvolle Nutzung. Es wird auch untersucht, inwiefern eine obligatorische  Berichterstattung sinnvoll ist.

Darüber hinaus unterstützt die Strategie den Wissenserwerb durch die Plattform „Anpassung an den Klimawandel“. Diese wird sich auf grenzüberschreitende Fragen, Städte, Risikobewertung und den Ausbau lokaler Anpassungsmaßnahmen im Hinblick auf die Nutzung der EU-Fonds und die Freisetzung von Investitionspotential im Privatsektor konzentrieren.

Damit die Anpassungsstrategien, die Aktionspläne und die Anpassungsmaßnahmen erfolgreich sind, sind auch die entsprechenden finanziellen Mittel erforderlich.

Zu diesem Zweck wird die zyprische Ratspräsidentschaft vom 7. bis 8.Juli 2012 in Nikosia auf der informellen Ratssitzung der Minister für Umwelt und Klimawandel die Finanzierungsmöglichkeiten für die Anpassung  vorstellen. Auf diese Weise bietet sie den Ministern ein Forum für den Dialog über die Herausforderungen, aber auch über die Perspektiven, die sich durch die  Möglichkeit, in einer Phase der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise zur erfolgreichen Umsetzung und Anwendung der EU-Strategie für die  Anpassung an den Klimawandel beizutragen für den Mehrjährigen Finanzrahmen  2014-2020 (MFR),  internationale Finanzinstitute, die  Versicherungen und Partnerschaften zwischen dem privaten und öffentlichen Sektor eröffnen.