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NACHRICHTEN

Einblick - Entwicklung der europäischen Dimension des Sports
10.08.2012, 17:54 (CET)
Schätzungsweise vier Billionen Menschen verfolgen weltweit die 30. Olympischen Spiele der Neuzeit in diesem August in London. Mit der Teilnahme von mehr als 10500 Athleten in 36 verschiedenen Sportarten erzielt der Sport unbezweifelbar eine weltweite Reichweite und ist die größte zivile Bewegung in der Europäischen Union. Seit dem Vertrag von Lissabon, welcher 2009 verabschiedet wurde,   die EU hat eine unterstützende Funktion erworben, welche sich direkt auf das Leben von Millionen Menschen auswirkt.

In Europa nehmen, laut einer Umfrage des Eurobarometers in diesem Jahrzehnt 6 von 10 Europäern an sportlichen Aktivitäten auf einer regulären Basis teil, entweder innerhalb oder außerhalb der ungefähr 700 000 Sportvereine, welche sich wiederum in einer Vielzahl von Verbänden und Förderationen organisieren. 

Ob in aktiver oder passiver Form, die Rolle des Sports in der europäischen Gesellschaft ist umfassend und besitzt signifikante wirtschaftliche und soziale Dimensionen, einschließlich der Gesundheitserziehung, Bildung, Kultur und Freizeit.

Die Rolle der Europäischen Union im Sport

Auf Grund der bedeutenden Rolle des Sports bei der Umsetzung der EU-Ziele der Solidarität und des Wohlstandes hat die Europäische Kommission eine strategische Ausrichtung der Rolle des Sports in Europa bereitgestellt.   

Die erste umfassende EU-Politik  zum Sport, das Weißbuch “Sport“, wurde 2007 verabschiedet und sollte, neben anderen Punkten, eine Debatte zwischen den Interessengruppen zu spezifischen Themen anregen sowie die den Sport betreffende EU-Politik  besser sichtbar zu machen und zu koordinieren.

“Die Rolle des EU-Sports wird seit den neunziger Jahren diskutiert, als europäische Athleten vom Europäischen Gerichtshof eine Entscheidung verlangten, ob bestimmte Sportregelungen mit dem EU-Recht zu vereinbaren sind, und, besonders, mit dem Recht auf Freizügigkeit“, sagte die Kommissarin Frau Vassiliou.

„Seit dem ‚Bosman‘-Fall, 1995, wo es  um das Recht der Profifußballspieler, einen neuen Arbeitgeber in einem anderen europäischen Mitgliedsstaat zu finden, ging , mündeten intensive Diskussionen über die Rolle der EU in den Vertrag von Lissabon”, fügte sie hinzu.  

Der Vertrag von Lissabon, welcher ab Dezember 2009 in Kraft getreten ist, entwickelte diese ursprüngliche Politik weiter und schloss diesbezügliche Bestimmungen für das Gebiet Sport ein. So erhielt die EU eine formelle Kompetenz im Sport, zur Unterstützung, Koordinierung und Vervollständigung der Maßnahmen der Sportpolitik der Mitgliedsstaaten.   

Der Vertrag, ermöglichte es der Europäischen Kommission, ein spezifisches EU Sportprogramm zu entwickeln, welches Sport in anderen Politikbereichen der EU, wie Gesundheit und Bildung, besser unterstützen kann und außerdem ein eigenes Budget ermöglicht.

Schaffung von Mehrwert für Sport auf EU Ebene

Die Europäische Kommission erkennt an, dass die Spezifität des Sports berücksichtigt werden muss bei der Entwicklung einer Politik, die die EU Rechte auf Freizügigkeit,  Nichtdiskriminierung und Wettbewerb respektiert. Auf dieser Basis, unterstützt die Kommission Selbstregulierung im Sport.  

Die Führung der Sportorganisationen innerhalb der EU liegt vor allem in der Verantwortung der Mitgliedsstaaten und der Nationalen Sportvereinigungen, sowie der unabhängigen europäischen und internationalen Sportgremien, welche ihren relevanten Sport organisieren und unterstützen.

Nach heutigem Stand bedeutet dies, dass EU Sport Gesetzgebung beschränkt ist auf nicht bindende Rechtsakte (“Soft Law”),  was die Tätigkeiten der EU auf Empfehlungen und Absprachen zwecks Unterstützung der Aktivitäten der Mitgliedsstaaten einschränkt und eine Hilfestellung dann zu geben, wenn sie erwünscht ist.

“Die ergänzende Rolle der EU kann dabei helfen, die grenzüberschreitenden Herausforderungen anzugehen, durch Sichern von koordinierten Maßnahmen gegen Doping, Betrug und Manipulationen, sowie die Aktivitäten von Sportagenten, und darüber hinaus eine Plattform bieten für den Austausch von Informationen und über optimale Vorgehensweisen und helfen, den Mangel an Vergleichsdaten im EU Sport-Sektor auszugleichen und eine Basis für Politikgestaltung zu bilden”, sagte die Kommissarin, Frau Vassiliou.

Die 2011 erzielte Vereinbarung zur „ Entwicklung der europäischen Dimension des Sportes” unterstreicht die Prioritäten der Kommission auf EU-Ebene in der Kooperation im Sport während der kommenden Jahre und schlägt konkrete Maßnahmen vor, um die sozialen, wirtschaftlichen und organisatorischen Bereiche des Sports zu unterstützen.

Bezugnehmend darauf, wie die EU eine europäische Dimension des Sports entwickeln kann, verwies die Kommissarin, Frau Vassiliou, auf die vorgeschlagenen Maßnahmen des ersten “EU-Arbeitsplan für Sport”, welcher im Mai 2011 verabschiedet wurde, und welcher beides, sowohl politische Maßnahmen als auch die Finanzierung gewährleistet.

 

“Die EU Kommission hat Prioritäten gesetzt für Aktionen von 2011-2014, zu welchen die Mitgliedsstaaten gemeinsam mit der Kommission Resultate präsentieren müssen. Es werden Bereiche wie ‚Kampf gegen Doping‘, ‚Unterstützung von sportlichen Aktivitäten zur Förderung der Gesundheit’, ‘Förderung von Berufsberatung im Sport’, ‚Entwicklung von vergleichbaren Sportstatistiken‘ und ‚Manipulationen‘ thematisiert“, erklärte sie.

EU Sport-Forum  -  Eine Gelegenheit für Dialog

Diese Themen – und ins besondere die Geißel der Manipulationen- werden im Mittelpunkt der Gespräche des EU Sport-Forums am 20. September in Nikosia im Rahmen des Informellen Treffens der EU Minister für Sport, organisiert durch die Zyprische Präsidentschaft, stehen.

Das Forum, etabliert als jährliche Veranstaltung seit 2007, ist das breiteste Podium für den Austausch von Meinungen auf dem Gebiet des EU Sports und hat zum Ziel, eine effizientere Dialogstruktur zum Thema Sport in der EU zu ermöglichen.    

“Die vier bisherigen Sport-Foren haben sich als besonders hilfreich gezeigt im Bemühen, die relevanten Interessengruppen zusammen zu bringen und den Austausch von Meinungen an den bedeutenden Themen betreffend ‘Sport’ und ‘Gesellschaft und Sport’ zu ermöglichen”, sagte der Direktor der zyprischen Sportorganisation, Herr Costas Papacostas.

Am EU-Sport-Forum werden mehr als 300 Teilnehmer, einschließlich der Vertreter von Sportorganisationen, Vertretern der Mitgliedsstaaten und der EU Institutionen, teilnehmen. Es werden die Themen Manipulationen, Doping und die Verbindungen zwischen Sport und Gesundheit diskutiert werden.

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